Liane Ströbel

Darf man Populisten eine Plattform gewähren?

Diese Frage wurde auch auf der 75. Biennale von Venedig an den Regisseur Errol Morris gestellt.

In seinem Film „American Dharma“ (dharma < Sanskrit धर्म, ursprünglich mit Ethik und Moral assoziiert), einem Film mit und über Steve Bannon, versuchte er die Denkweise des Ex-Beraters von Donald Trump zu ergründen.

Auf die Vorwürfe, dem Populisten durch seinen Dokumentarfilm eine zusätzliche Plattform eröffnet zu haben, kontert Errol Morris, dass er auch lange abwägen musste, für ihn aber Schweigen keine Alternative gewesen sei.

Populisten stehen sowieso im Zentrum des Medieninteresses, daher sei es auch legitim gewesen, diesen Film zu drehen, um  Steve Bannon und seine Motivationen besser zu verstehen.

Dies sei vor allem wichtig, da Populismus kein vorübergehendes Phänomen sei, sondern sich durch die Jahrhunderte zieht.

In diesem Sinne werden wir, Ludwig Deringer und ich (als Herausgeber, aber auch Autoren) das Thema „Populismus“ in einem eigenen Band (aus verschiedenen Perspektiven und auf mehreren Kontinenten) betrachten.

Voraussichtliches Erscheinungsdatum des Buches: Frühjahr 2019.

Steve Bannon trat öffentlich selber in Venedig nicht auf, soll aber inkognito dem offiziellen Screening beigewohnt haben, auch wenn der für ihn reservierte Sitz leer blieb.

 

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