Liane Ströbel

Sprache & Gedanken – Mit Sherlock Holmes auf Spurensuche

Mein Artikel: „Sprache & Gedanken – Mit Sherlock Holmes auf Spurensuche“ ist erschienen in:

Melchior, Luca / Göschl, Albert / Rieger, Rita / Fischer, Michaela / Voit, Andreea (Hrsg.)

Spuren.Suche (in) der Romania

Abstrakt:

La grammaire ainsi que le lexique d’une langue peuvent être considérés comme des œuvres d’art cognitives formées à partir de plusieurs stratégies communicatives. Cette étude aura pour objet d’analyser différents exemples issus de plusieurs langues romanes et non-romanes, afin de démontrer que l’emploi de somatismes est très répandu et très productif. La symbiose entre les compétences cognitives et les processus sensori-moteurs sera illustrée à l’aide de techniques empruntées au domaine de la neurologie et de travaux philosophiques récents. L’analyse vise à montrer que ni les pensées ni la langue ne peuvent pas être étudiées en faisant abstraction du corps humain. Les résultats de l’étude contribueront à une meilleure compréhension de la manière dont la langue est structurée et de la façon dont elle est stockée en mémoire.

Hier eine kurzer Auszug aus der Einleitung:

Wer könnte bei der Spurensuche nach den Ursprüngen der Versprachlichung unserer Gedanken hilfreicher sein als der wohl berühmteste Meisterdetektiv Sherlock Holmes selbst? Nach Sherlock Holmes ist die Welt „full of obvious things“, welche aber oft übersehen werden, wenn man die Spuren nicht richtig deutet. Daher gibt es für ihn keinen wichtigeren Bereich der detektivischen Arbeit als die Spurensuche per se, vgl.: There is no branch of detective science which is so important and so much neglected as the art of tracing footprints. (Auszug aus A Study in Scarlet, zitiert nach Truzzi (1983, 68)). Spuren spielen auch in den folgenden Ausführungen eine große Rolle. Genauer, in diesem Beitrag geht es um das Aufzeigen der kognitiven Prozesse an der Schnittstelle der Übertragung von Gedanken in Sprache. Diese Prozesse lassen sich mit Hilfe der Untersuchung von Lexikalisierungs- und Grammatikalisierungsprodukten aus synchroner und diachroner Sicht gut illustrieren. (…)

Dabei wird versucht, dem Ideal des perfekten Detektivs zu folgen, der – ausgehend von Beispielen aus verschiedenen Sprachen und Sprachfamilien – das Motiv für die hohe Frequenz von Somatismen als Quelldomäne vieler Sprachwandelprozesse nicht nur erhellt, sondern auch sich daraus ergebenen Implikationen in die Analyse mit aufnimmt, vgl.: The ideal reasoned […] would, when he once been shown a single fact in all its bearings, deduce from it not only all the chain of events which led up to it but also all the results which follow from it. (Auszug aus The Five Orange Pips, zitiert nach Truzzi (1983, 60)) Dabei ist für Sherlock Holmes besonders die Einbeziehung der diachronen Achse wichtig, ohne die die Ergebnisse auf der synchronen Ebene nicht entschlüsselt werden können, vgl.: […] the grand thing is to be able to reason backward. That is a very useful accomplishment, and a very easy one, but people do not practice it much. In the everyday affairs of life it is more useful to reason forward, and so the other comes to be neglected. (Auszug aus A Study in Scarlet, zitiert nach Sebeok / Umiker-Sebeok (1988, 39) (…)

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